Adlig Gauszen

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Hierarchie

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Regional > Historisches Territorium > Deutschland 1871-1918 > Königreich Preußen > Ostpreußen > Kreis Memel > Adlig Gauszen

Inhaltsverzeichnis

Adlig Gauszen
Adlig Gauszen in der Memellandkarte

Einleitung

Adlig Gauszen, Kreis Memel, Ostpreußen

  • Mit "Adlig" wird ein adliger Gutsbesitzer mit den entsprechenden adligen Vorrechten bezeichnet: hohe und niedere Gerichtsbarkeit, Jagd- und Fischereirecht, Patronat, Brauerei-, Brennerei-, Verlagsgerechtigkeiten, Herrschaftsrecht gegenüber dem Personal. Selbst der König konnte in diese Rechte nicht eingreifen. Ab 1800 wurden die adligen Güter Rittergüter genannt.[1]


Name

Andere Namen und Schreibweisen

Namensdeutung

Der Name weist auf Wohlhabenheit. Der Alternativname Gausden Semba sagt, dass dieser reiche Mann aus Semba/ Samblandia (Samland) stammt.

  • prußisch "gasta, gasto" = Grundstück, Ackerstück, Land, Bereich
  • "gastelis, gastlings" = Landbesitzer
  • preußisch-litauisch "gausa" = Überfluss, Fülle, Vorrat
  • "gaustis" = reicher werden, an Wohlstand zunehmen

[6] [7] [8]


Allgemeine Information

  • Gut, 14 km nördlich von Memel; zum Gut gehörte ein Wirtshaus.[9]


Politische Einteilung

1848 Adl. Vorwerk, 1916 Gutsbezirk[10]
1939 ist Gauszen ein Gutsbezirk in der Gemeinde Deutsch Krottingen.[11]


Kirchliche Zugehörigkeit

Evangelische Kirche

Adlig Gauszen gehörte 1912 und 1916[12] zum Kirchspiel Deutsch Crottingen.

Katholische Kirche

Adlig Gauszen gehörte 1907 zum katholischen Kirchspiel Memel.


Standesamt

Adlig Gauszen gehörte 1932 zum Standesamt Krottingen.


Bewohner


Geschichte

Nach dem Tode von Ludwig Kraus 4.Sept. 1838 erwarb Adl. Crottingen Eduard Zeyse, welcher 1845 das Vorwerk Adlig Gaußen oder Gausden, 800 Mo. groß, an Hubert verkaufte. Diesem folgte in Gaußen der Sohn von Ludwig Kraus, Friedrich Albert Ludwig, diesem sein Sohn Louis Kraus, diesem 1893 Friedrici. Der Krug blieb bei Adl. Gaußen. Das Hauptgut Adl. Crottingen erwarb 1847 Benjamin Reisch, 1850 Carl Julius Schlick, Landrath a.D. des Kreises Niederung. Nach dessen Tode 1874 übernahm der älteste Sohn Leutnant Bernhard das Gut, welcher 21.Jan. 1909 unverheiratet starb und das Gut seinem jüngsten Bruder Eugen Schlick, Major a.D. seit 1905, vererbte. Die Ländereien der zum Gute gehörigen Bauern wurden bei der Regulierung durch Kauf dem Gute einverleibt. Sie betrugen 373 Mo. 102 Ru. Seit wann und woher das Gut im 18.Jahrj. auch „Neuhof Crottingen“ hieß, war nicht zu ermitteln. Auf dem Gebiete des Gutes, jetzt zum Theil auf dem Gaußener Terrain, befinden sich mehrere, offenbar vor langen Jahren, aber nicht zur Ordenszeit, künstlich angelegte Fischteiche.[13]


Verschiedenes

Karten

Gauszen auf der Schroetterkarte (1796-1802) 1:50 000
© Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Siehe Gaussen auf der Schroetter Karte 1802, Maßstab 1: 160 000


Gausen im Preußischen Urmesstischblatt 1860
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz


Gaußen im Messtischblatt 0193 Dtsch.Crottingen (1912) mit den Gemeindegrenzen von 1938
© Bundesamt für Kartographie und Geodäsie


Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

GOV-Kennung GAUSSEKO05OT
Name
Typ
  • Gut (- 1945)
  • Wohnplatz (1945 -)
w-Nummer
  • 66132
Karte
   

TK25: 0193

Zugehörigkeit
Übergeordnete Objekte

Memel (Hlste. Dreifaltigkeit), Memel, Klaipėda (1907) ( Pfarrei ) Quelle S.162/163

Deutsch Crottingen, Kretingalė (1939-05-01 -) ( Gemeinde ) Quelle 1939 - Nr. 180 - S. 66

Gaussen, Gaußen, Adlig Gaussen, Gausai (- 1939-04-30) ( Gutsbezirk Gutsbezirk ) Quelle

Adlig Krottingen, Adlig Crottingen, Kretingalė, dvaras (1903 - 1907) ( Gutsbezirk ) Quelle

Deutsch-Crottingen (1907) ( Kirchspiel ) Quelle S.162/163


Quellen

  1. Staßewski, Kurt von, Stein, Robert Hrsg.: Was waren unsere Vorfahren?, Amts-, Berufs- und Standesbezeichnungen aus Altpreußen, Königsberg 1938, Verein für Familienforschung in Ost- und Westpreußen Hamburg 1991
  2. Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
  3. Johannes Sembritzki, Geschichte des Kreises Memel, Memel, 1918
  4. Amtsblatt des Memelgebietes vom 01.09.1923
  5. Amtsblatt des Memelgebietes vom 29.12.1923
  6. Klussis, Mikkels: Deutsch-Prußisches Grundwörterbuch, Institut Européen des Minorités Ethniques Dispersées mit Unterstützung des deutsch-prußischen Vereins Tolkemita, Vilnius 1999, S. 72
  7. Prußischer Wortschatz, Privatsammlung Szillis-Kappelhoff
  8. Kurschat, Alexander: Litauisch-Deutsches Wörterbuch, Vandenhoeck & Ruprecht, 1968
  9. Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
  10. Johannes Sembritzki, Geschichte des Kreises Memel, Memel, 1918
  11. Amtsblatt Gumbinnen 1939: Neugliederung der Gemeinden und Gutsbezirke im ehemaligen Memelland ab 1. Mai 1939, S. 64ff,
    http://www.memelland-adm.de/Archiv/13 Verwaltungsbezirke/index.htm
  12. Johannes Sembritzki, Geschichte des Kreises Memel, Memel, 1918
  13. Sembritzki Johannes, Die Geschichte des Kreises Memel
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