Haus Grevenburg

aus GenWiki, dem genealogischen Lexikon zum Mitmachen.

Wechseln zu: Navigation, Suche

Hierarchie: Regional > Bundesrepublik Deutschland > Nordrhein-Westfalen > Regierungsbezirk Detmold > Kreis_Höxter > Nieheim > Sommersell (Nieheim) > Haus Grevenburg

Lage der Grevenburg im historischen Amt Oldenborg aus dem "Theatrum orbis terrarum, sive, Atlas novus" von Willem Janszoon und Joan Blaeu, erstellt 1645/1662.

Inhaltsverzeichnis

Lage 19. Jhdt.

Haus Grevenburg liegt in einem Seitental des grösseren, zwischen dem Teutoburger Wald und den Weserbergen sich hinziehenden, Flusstals der Emmer.

Einordnung im Fürstbistum Paderborn 1779

Einleitung

Auf einem der das Gut Grevenburg fast erreichenden Ausläufer des Köterberges, nahe über dem im 11. Jahrhundert gegründeten Benediktinerkloster Maria Münster, erheben sich die Ueberreste der Oldenburg. Noch 1863 lassen die Umwallungen und Mauerreste deutlich eine Höhenburg im ältesten Stile erkennen, Schon im 14. Jahrhundert erlangte die Familie von Oeynhausen den Pfandbesitz der Oldenburg, des alten Stammsitzes der Grafen von Schwalenberg. Ebenfalls seit dem 14. Jahrhundert ist die Familie von Oeynhausen im Besitz des Dorfes Sommersell, in dessen Nähe sie zwischen 1536 und 1570 die Grevenburg in den Sümpfen des Tatern (Zigeuner) Bachs, im sogenannten Grevendyk, als Wasserburg errichtete.

Gutsanlage

Die vier den inneren Hof umschließsenden Gebäude, deren vorderes, auf die frühere Zugbrücke mündendete, waren durch einen 60 Fuss breiten Wassergraben, und durch einen bis an das Dach reichenden Wall mit davor liegendem Sumpfgebiet geschützt.

Besitzausweitung

1430 fielen durch Erbschaft die Güter Sudheim, Lichtenau, Nordborchen, Reelsen sowie der Polhof in Steinheim sowie andere Besitzungen in der Nähe von Steinheim an. Mit einem Teil dieser Güter, dem Polhof und den Steinheimer Besitzungen, etablierte sich die erst im 18. Jahrhundert erloschene Linie Eichholz, die aber wie alle Linien durch das gemeinsame Lehnsband mit der Gesamtfamilie verbunden blieb. Im 16. und 17. Jahrhundert verbreitete sich die Familie nach Hannover und Hessen und erwarb die Güter Welsede, Lindheim und Hesserode. Mit der Auflösung des Lehnsbandes im 19. Jahrhundert lockerte sich der Familienverband, die Güter fielen verschiedenen Linien zu. Grevenburg und Nordborchen verblieben dem älteren Haus Grevenburg, das 1841 Haus Nordborchen verkaufte und 1846 das Gut Oldenburg erwarb.

Veränderungen der Anlage

Im 18. Jahrhundert geriet das Gut und mit seinen Gebäuden durch Verpachtung und Abwesenheit der Besitzer in Verfall, jedoch im 19. Jahrhundert wurde die Bewirtschaftung verbessert, die Oldenburg zurück erworben und die Gebäude renoviert. Allerdings ging durch die Abtragung des Walls und dami verbundener Teiltuschüttung des Grabens, der alte Charakter der Ansicht verloren, nur der innere Hof mit einer langen Durchfahrt, seinen steinernen Wappenschildern, Verzierungen, Türmen und Treppen, mit der alten Zisterne, und den in die Mauern eingelassenen eisernen Ringen zum Anbinden der Pferde, gab vor 1863 noch ein gutes Abbild der Vergangenheit.

Familie von Oynhausen

1863 sind Besitzer der frühere Landrat Friedrich von Oeynhausen und der Königlich Preussische Berghauptmann in Westfalen Carl von Oeynhausen.

Zeitzeichen 1895

Literatur

  • Oeynhausen, Julius Graf von: Geschichte des Geschlechts von Oeynhausen, 4 Teile Paderborn-Frankfurt 1870-1889.
  • Glasmeier, H.: Archivfahrten kreuz und quer durch Westfalen. 19 Das Archiv der Freiherren von Oeynhausen, in: Westfälisches Adelsblatt 4 (1927), S. 7-19.
  • Waldhoff, Johann: Zur Geschichte der Steinheimer Rittersitze, in: Mitt. d. Kulturausschusses der Stadt Steinheim, Hefte 24 u. 25 (1979/80) (Polhof, Eichholz).

Literatur-Suche

Archiv

Das Archiv wurde in den Jahren 1960 bis 1978 von Dr. Franz Herberhold verzeichnet. Der gesamte Bestand ist verfilmt worden und im Westfälischem Archivamt einsehbar.

  • Umfang: 233 Urkunden (1377-1795); 3797 Akten (16.-20. Jhdt.)
    • Darin: Familie von Oeynhausen mit den Nachlässen Johann Melchior (1618-1675), Hofmeister der Grafen zur Lippe und Geheimer Rat und Hofmeister der Fürstin zu Ostfriesland, Christian Ludwig Ferdinand (1665-1714), Hofmeister der Landgräfin von Hessen und Kammerpräsident zu Eisenach, und Carl August Ludwig (1795-1865), Berghauptmann und Entdecker der Salzquellen in dem nach ihm benannten Bad Oeynhausen; Familien von Grünrodt, von Münchhausen, von Spiegel; Güter zu Grevenburg, Oldenburg, Reelsen, Nordborchen, Sudheim, Eichholz, Welsede, Velmede, Lindheim, Gießen, Hesserode, Bahrdorf, Albrock; Amt Oldenburg; Gemeinden Sommersell und Kariensieck; Jurisdiktion zu Sommersell, Reelsen und Nordborchen; Kirche zu Sommersell; Krug zu Sommersell.
      • Kopiar des Klosters Marienmünster.
        • Findbücher P 70-P 70/5
        • Eigentümer 2004: Falk Freiherr von Oeynhausen

Weblinks

Genealogische Webseiten

Historische Webseiten

Persönliche Werkzeuge