Lehrbuch der gesammten wissenschaftlichen Genealogie/181

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Lehrbuch der gesammten wissenschaftlichen Genealogie
Inhalt
Vorwort | Einleitung
Erster Theil: Kap. 1234
Zweiter Theil: Kap. 1234
Dritter Theil: Kap. 123456
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Lehrbuch der gesammten wissenschaftlichen Genealogie.djvu
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    Regel und fast niemand erhält seither nur einen einzigen Vornamen in der Taufe.[1]
  1. In den älteren Urkunden werden die Taufnamen selbst die der höchsten Personen meist nur als Sigle verzeichnet. Auch die Zeugen werden nur nach ihrem Standescharacter unter bloßer Anführung eines Anfangsbuchstabens als Bezeichnung für den Namen mitgetheilt. Hierüber kann nur die Spezialdiplomatik und die aus sonstigen Quellen und Schriftstellern zu beziehende Familiengeschichte Aufschlüsse geben.[2]
  2. Das immer wiederholte gleichmäßige Vorkommen desselben Vornamens in vielen Familien hat sehr viele Irrthümer in den Genealogieen veranlaßt, die nur durch die größte Sorgfalt vermieden werden können. Es genügt auf die Namen Berthold bei den Zähringern, Hermann bei den älteren Badensern und Heinrich bei den Reußen hinzuweisen.
  3. Schwankende Schreibart der Tauf- und Familiennamen, Anwendung von Abkürzungen und zahlreiche Koseformen machen die genealogische Ueberlieferung oft so schwierig, daß sich Gatterer veranlaßt gesehen hat, ein „Alphabetisches Verzeichnis von verkürzten oder auf anderer Weise entstellten und unkenntlichen Taufnamen“ zusammenzustellen. Dasselbe genügt den heutigen Anforderungen und dem jetzt vorliegenden Quellenmateriale nicht mehr. Neben Potts grundlegender Abhandlung: (die Personennamen insbesondere die Familiennamen Leipzig 1853) ist jetzt durch Foerstemann und seine Nachfolger ein geradezu erstaunliches historisch-philologisches


  1. Dr. Klemm im deutschen Herold XXVI. 1895. S. 106 ff. 111 ff.
  2. An Beispielen bietet jedes Urkundenbuch massenhaftes. Gatterer führt aus Schannat, Hist. Worm. UB. S. 118 eine Urkunde Heinrichs VII. von 1234 an. Jetzt gewinnt man überhaupt aus den neuen städtischen Urkundenbüchern, wie besonders aus dem trefflichen Cod. Worm. von Heinrich Boos für die Geschichte der Familiennamen hervorragendes. Hierbei ist auch Arnold, Gesch. d. deutschen Freistädte 2, 197 ff. sehr zu beachten. Was derselbe über die Eintheilung der Namen sagt, wird sich kaum verbessern lassen. Ueber die zeitliche Folge des Vorkommens der Namen ist dagegen durch Hönigers Kölner Schreinsurkunden viel neues zugewachsen.