Schreitlauken

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Hierarchie

Regional > Litauen > Schreitlauken

Regional > Historisches Territorium > Deutschland 1871-1918 > Königreich Preußen > Ostpreußen > Kreis Tilsit > Schreitlauken

Erinnerungsstein für das ehemalige Gut Schreitlauken (2012)
Im Hintergrund sind einige erhaltene Grundmauern der Gutsgebäude zu erkennen.



Einleitung

Schreitlauken, bis 1920 Kreis Tilsit, Ostpreußen; (1920-1939) Kreis Pogegen; (1939-1945) Kreis Tilsit-Ragnit


Name

Andere Namen und Schreibweisen

Namensdeutung

Der Name Castrum Sarecka deutet auf einen prußischen Häuptling (Schwertträger). Sie war eine der vier Burgen der Schalauer: Ragantia (Ragnit), Ramige (sprich Ramije, Schlossberg auf dem rechten Memelufer), Sarecka (Schreitlaugken) und Sassowia (eventuell Sassupönen). Der Name Schreitlauken beschreibt die Lage der Burg, nämlich quergestellt zur Memel. Peteraitis Ableitung von litauisch šerti (füttern) und šerys (Borste, Behaarung) ist abwegig.

  • prußisch "sarrkstes, sarxtes" = Schwertscheide
  • „šaras“ = unruhiger Mensch
  • "šratas" = schräg, quer, diagonal
  • "šratlauks" = schräges Feld


Allgemeine Information


Politische Einteilung

1615 Herzoglicher Hof mit Schäferei und Mühle.
Dallnitz, neues Vorwerk zu Domäne Schreitlauken, auf ehemaligem Bauernland, bestand schon 1809, wird abgebrochen und vor 1873 an anderer Stelle wieder aufgebaut.[10]
Dallnitz lag im Süden der Gemeinde Schreitlauken[11]
Schreitlaugken (Vorwerk) lag im Osten der Gemeinde Schreitlauken[12]
1.5.1939 wird die Gemeinde Schreitlauken aus der Landgemeinde Bitteszerischken und den Gütern Schreitlaugken und Wahlenthal gebildet.[13]

1.10.1939: Schreitlauken kommt zum Kreis Tilsit-Ragnit [14]


Kirchliche Zugehörigkeit

Evangelische Kirche

Im 17. Jahrhundert gehörte Schreitlauken zum Kirchspiel Willkischken. Das ganze 17. Jahrhundert hindurch führt das Gut in den Kirchenakten den Namen Schreitlacken.[15]
Schreitlauken gehörte 1912 zum Kirchspiel Willkischken.


Standesamt

Schreitlauken gehörte 1888 zum Standesamt Schreitlauken.

Schule

1835 durch Abzweigung vom Schulverband Kellerischken gegründet. Es gehörte dazu das Gut Schreitlaugken einschließlich Mühlengrundstück und Vorwerk Dallnitz. Das Schulzimmer war in einem Insthaus eingerichtet.

Als erster Lehrer wirkte hier vom 1. Juni 1835 bis 1. Mai 1838 Friedrich Bock. Er war 1805 zu Kackschen geboren und hatte seine Vorbildung in der Anstalt des Direktors Hassenstein zu Schirwindt erhalten. Nach seiner Versetzung blieb die Stelle bis zum 1. Oktober (1838) ohne Lehrer. Über den Stand der Schule in jener Zeit urteilt Pfarrer Packhäuser: "Obgleich der anfangs Mai d.J. zu einer anderen Lehrerstelle abgegangene Lehrer Bock mit vieler Sorgfalt und Treue sein Amt bis zu seinem Abgang verwaltet hat, so hat doch schon der strenge Winter und die große Not der Eltern seine Schuljugend oftmals vom Unterricht abgehalten. Nach seinem Abgang steht die Schule verwaist bis jetzo und wird die Jugend wohl in allen Gegenständen sehr zurückgekommen sein und vieles vergessen haben."

Bocks Nachfolger wurde am 1. Oktober 1838 Christian Ulrich, geboren 1802 zu Krauleidßen. Die Schule zählte in den ersten Jahren ihres Bestehens 40 Kinder. (Quelle: [16])

Bewohner

  • Gottfried Theodor von Schön, * 1704, + 1770, Domänenpächter des Gutes Schreitlauken
  • Johann Theodor von Schön, * 1744, + 1796, Sohn von Gottfried Theodor von Schön, Amtsrat in Schreitlauken, war verheiratet mit Johanna Dorothea geb. Dallmer aus Plicken.
  • Heinrich Theodor von Schön, * 20.1.1773 in Schreitlauken, + 23.7.1856 auf Gut Arnau bei Königsberg, Sohn von Johann Theodor von Schön. Preussischer Staatsmann. [17]
  • Bewohner in Schreitlauken


Geschichte

  • 1615 Herzoglicher Hof mit Schäferei und Mühle. Die Mühle hat zwei Gänge, wofür jährlich 24 Schillinge Kirchendezem zu zahlen sind.
  • 1617 wird die Mühle vom Meister Friedrich bedient.
  • 1621 hat das Gut einen Hofmann und eine Schäfer namens Balzer Wunderlich.
  • 1623 stirbt der Schäfer Wunderlich, desgl. seine kleine Tochter. Beide werden gegen ein Erdgeld von 6 bzw. 3 Mark in der Willkischker Kirche begraben. In diesem Jahr stirbt auch der Müller Friedrich. Sein Nachfolger wird Meister Albrecht. Bis um das sechste Jahrzehnt lebt auf dem Hofe der Schuster Riemer. Schuster und Hofmann zahlen je 30 Schillinge Dezem. Heinrich Schmidt wird Schäfer. Er beschäftigt 4 Gehilfen.
  • 1624 verzieht der Müller Albrecht.
  • 1631 hat das Gut einen Stuthirten, einen Kuhhirten und einen Schweinehirten. Jeder zahlt 20 Schillinge Dezem. Auch wohnt daselbst der Krüger Groß, der Land dicht an der Hofstelle hat.
  • 1637 wird neben dem Stuthirt auch ein Stutknecht erwähnt. Der Hof hat einen Schirrmacher namens Michael Teiggleber.
  • 1655 lebt dort der Schuster Truschke. Zum Krug gehören 5 Morgen Land.
  • 1662 hat die Mühle nur einen Gang. Kapitän Schmidt läßt seinen Schäfer in der Kirche begraben und bezahlt dafür 8 Mark. Der Schäfer hatte der Kirche 10 Mark vermacht. Die alte Krügersche stirbt. Auf dem Hofe leben der Schmied Benedikt Bartenwerfer. Schuster Friedrich Reimer, Schneider Hans Abel, Leinweber Martin Zimmer, Müller Martin Lindenau und Hans Klauß an der Jura.
  • 1664 ist auf dem Hofe der Müller Lingau und der Messerschmied Jürgen Gartmann.
  • 1666 wird der Hofmann Kaspar Halmann eingestellt. Krugwirt ist Martin Zimmer.
  • 1675 lebt der Hofmann Andreas Würffel.
  • 1677 finden wir auf dem Hofe den Schäfer Christoph Sattler mit zwei Knechten, den Hofmann Erhard Truschke mit drei Mägden, den Schuster Moritz Jucknis und den Kämmerer Erwald Werner.
  • 1684 Michael Leitner.
  • 1690 ist Stutknecht Friedrich Menig, Müller Adam Keyser und Hofmann Engelin.
  • 1699 befinden sich auf dem Hof der Krüger Bräuer, der Leinweber Jacob Kreck, der Töpfer Friedrich Kobb, der Müller David Schneider und die Hofleute Martin Mai und Hans Sauff.

Das ganze 17. Jahrhundert hindurch führt das Gut in den Kirchenakten den Namen "Schreitlacken". Quelle: [18]


Fotos

Bilder von Gut Schreitlauken 2012

Die Bilder sind im August 2012 von Marieta Waldszus aufgenommen.


Verschiedenes

Karten

Schreitlaugken auf der Schroetterkarte Blatt 20, (1796-1802), Maßstab 1:50 000
© Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Schroetter Karte 1802, Maßstab 1: 160 000


(R.G.) Schreitlaugken und Umgebung im Preußischen Urmesstischblatt Nr. 87, 1860
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
(R.G. = Rittergut) Schreitlaugken im Preußischen Urmesstischblatt Nr. 87, 1860
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz


Schreitlaugken im Messtischblatt 0998 Ragnit und 0999 Baltupönen (1913-1937) mit den Gemeindegrenzen von 1938, Maßstab 1:25000
© Bundesamt für Kartographie und Geodäsie


Zufallsfunde

Oft werden in Kirchenbüchern oder anderen Archivalien eines Ortes Personen gefunden, die nicht aus diesem Ort stammen. Diese Funde nennt man Zufallsfunde. Solche Funde sind für andere Familienforscher häufig die einzige Möglichkeit, über tote Punkte in der Forschung hinweg zu kommen. Auf der folgenden Seite können Sie Zufallsfunde zu diesem Ort eintragen oder finden.

Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

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Quellen

  1. Lange, Dietrich: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
  2. Jenny Kopp, Geschichte des Landkreises Tilsit, Buchdruckerei Pawlowski, Tilsit 1918,
  3. Die von Preußen abgetretenen Gebiete, bearbeitet in der Plankammer des Preußischen Statistischen Landesamtes, Berlin 1922
  4. Michel-Katalog Deutschland-Spezial 2014 - Band 1: 1849 bis April 1945
  5. GOV: http://gov.genealogy.net/
  6. Jenny Kopp, Geschichte des Landkreises Tilsit, Buchdruckerei Pawlowski, Tilsit 1918,
  7. Lange, Dietrich: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
  8. Lange, Dietrich: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
  9. Lange, Dietrich: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
  10. Dr. Gause, Fritz: Neue Ortsnamen in Ostpreußen seit 1800, Königsberg 1935, Sonderschrift Nr. 53 des VFFOW
  11. Messtischblatt 0998 Ragnit, (1913-1939) © Bundesamt für Kartographie und Geodäsie
  12. Urmesstischblatt von 1860
  13. Amtsblatt Gumbinnen 1939: Neugliederung der Gemeinden und Gutsbezirke im ehemaligen Memelland ab 1. Mai 1939, S. 64ff,
    http://www.memelland-adm.de/Archiv/13 Verwaltungsbezirke/index.htm
  14. Amtsblatt des Regierungspräsidenten in Gumbinnen, 2.9.1939
  15. Schwarzien, Otto: Bilder aus der Vergangenheit des Kirchspiels Willkischken, 1927
  16. Schwarzien, Otto: Bilder aus der Vergangenheit des Kirchspiels Willkischken, 1927
  17. http://de.wikipedia.org/wiki/Theodor_von_Schön
  18. Schwarzien, Otto: Bilder aus der Vergangenheit des Kirchspiels Willkischken, 1927