Pruszischken (Preußendorf)

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Disambiguation notice Prussischken ist ein mehrfach besetzter Begriff. Zu weiteren Bedeutungen siehe unter Prussischken (Begriffserklärung).
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Wappen der Stadt Gumbinnen

Pruszischken

1935 umbenannt in Preußendorf
Kreis Gumbinnen, O s t p r e u ß e n
________________________________________________

Pruszischken (ab 1935 Preußendorf), Dorfstraße mit alter Schule im Hintergrund


Hierarchie


Inhaltsverzeichnis

Dorfstraße mit großer Gutsscheune in Pruszischken, Kreis Gumbinnen


Einleitung

Alte Schule in Pruszischken, Kreis Gumbinnen

Pruszischken (1935 bis 1945 Preußendorf, russ. Brjanskoje / Брянское, litauisch Prūsiškiai) am Nordufer der Pissa liegt am östlichen Stadtrand von Gumbinnen, zwei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Durch den Ort verläuft eine Nebenstraße (27K-062), die von Gumbinnen über Sadweitschen (1938 bis 1946 Altkrug) nach Groß Baitschen führt. Gumbinnen ist die nächste Bahnstation an der Bahnstrecke KönigsbergStallupönen/Ebenrode.

Name

Allgemeine Informationen

Das in west-östlicher Richtung langgestreckte Pruszischken liegt zwischen der ehem. Reichsstraße 1 (im Norden) und der Pissa (im Süden). Im Dorf gab es vor 1945 das große Gut Richter mit prächtigem Herrenhaus und Park, eine Schule, ein Sägewerk, sowie diverse Geschäfte, Gaststätten und Handwerksbetriebe. Die Bahnlinie nach Eydtkuhnen verlief südlich der Pissa, einen Bahnhof bzw. Haltepunkt gab es nicht.

Politische Einteilung / Zugehörigkeit

Gutshaus Richter in Pruszischken, Kreis Gumbinnen

Amtsbezirk Pruszischken/Preußendorf, 1874–1945

In den Amtsbezirk Pruszischken (1935 bis 1946: Amtsbezirk Preußendorf)
waren bei seiner Errichtung sieben Dörfer eingegliedert. Am Ende waren es noch drei:[1]

Ortsname Änderungsname
1938 bis 1946
Russischer Name Bemerkungen
Friedrichsfelde
Lasdinehlen Gut Altkrug 1928 nach Sadweitschen eingemeindet
Narpgallen Riedhof 1928 nach Sadweitschen eingemeindet
Norutschatschen 1918 nach Gumbinnen eingemeindet
Pruszischken ab 1935:
Preußendorf (Ostpr.)
Brjanskoje
Sadweitschen, Dorf Altkrug Perwomaiskoje
Sadweitschen, Gut 1928 nach Sadweitschen, Dorf, eingemeindet

Am 1. Januar 1945 gehörten noch Altkrug, Friedrichsfelde und Preußendorf zum Amtsbezirk.

Kirchliche Einteilung / Zugehörigkeit

Gutshaus Richter in Pruszischken, Kreis Gumbinnen

Die Mehrheit der Bevölkerung Pruszischkens (ab 1935 Preußendorf) war vor 1945 evangelischer Konfession in reformierter Tradition. Somit war das Dorf in das Kirchspiel der Neustädtischen Kirche in Gumbinnen eingepfarrt.

Geschichte

  • 18.03.1874 Bildung des Amtsbezirks Pruszischken Nr. 23 aus den Landgemeinden Friedrichsfelde, Norutschatschen, Pruszischken und Sadweitschen und den Gutsbezirken Lasdinehlen, Narpgallen und Sadweitschen (7 Gemeinden/Gutsbezirke).
    Er wird zunächst verwaltet vom Amtsvorsteher in Pruszischken.
  • 23.08.1935 Umbenennung der Gemeinde Pruszischken in Preußendorf (Ostpr.).
  • 21.12.1935 Umbenennung des Amtsbezirks Pruszischken in Preußendorf.
  • In Pruszischken waren im Jahre 1910 779 Einwohner registriert.[4] Ihre Zahl steigerte sich bis 1933 auf 903 und belief sich – inzwischen hieß das Dorf ab 20. Juli 1935 offiziell „Preußendorf (Ostpr.)“ – 1939 auf 917. [2]
  • Heute hat Pruszischken (Brjanskoe) 180 Einwohner (Stand: 14. Okt. 2010).

Heutige Situation

Dorfsowjet/Dorfbezirk Brjanski 1947–2008

  • Der Dorfsowjet Brjanski (ru. Брянский сельский Совет, Brjanski selski Sowet) wurde im Juni 1947 eingerichtet.[3]
  • Sein Verwaltungssitz war zunächst die Siedlung Brjanskoje (Pruszischken / Preußendorf).
  • Vor 1967 wechselte die Verwaltung nach Podgorowka (Groß Baitschen) und etwa um 1980 nach Perwomaiskoje (Sadweitschen).
  • Nach dem Zerfall der Sowjetunion trug die Verwaltungseinheit den Namen Dorfbezirk Brjanski (ru. Брянский сельский округ, Brjanski selski okrug).
  • Im Jahr 2008 wurden die vier verbliebenen Orte des Dorfbezirks auf die städtische Gemeinde Gussewskoje (im Falle von Brjanskoje/Preußendorf)
    und die Landgemeinde Kalininskoje/Augstupönen (im Falle von Lomowo (Puspern), Perwomaiskoje und Podgorowka) verteilt.


Ortsname Name bis 1947/50 Bemerkungen
Brjanskoje (Брянское) Pruszischken, 1935–1946: „Preußendorf“ Der Verwaltungssitz bis vor 1967.
Ljubimowka (Любимовка) Klein Baitschen Der Ort wurde 1947 umbenannt und vor 1976 an den Ort Podgorowka angeschlossen.
Lomowo (Ломово) Puspern Der Ort wurde 1947 umbenannt.
Nekrassowo (Некрасово) Klein Puspern zu Puspern Der Ort wurde 1950 umbenannt und vermutlich um 1980 an den Ort Lomowo angeschlossen.
Oneschskoje (Онежское) Schröterlauken, 1938–1945: „Schrötersheim“ Der Ort wurde 1950 umbenannt und vor 1976 an den Ort Podgorowka angeschlossen.
Perwomaiskoje (Первомайское) Sadweitschen, 1938–1945: „Altkrug“ Der Ort wurde 1950 umbenannt und war seit etwa 1980 der Verwaltungssitz.
Podgorowka (Подгоровка) Groß Baitschen Der Ort wurde 1947 umbenannt und war von vor 1967 bis etwa 1980 der Verwaltungssitz.
Rabotkino (Работкино) Tublauken, 1938–1945: „Schweizersfelde“ Der Ort wurde 1947 umbenannt und vor 1976 an den Ort Lomowo angeschlossen.
Sewerskoje (Северское) Pabbeln Der Ort wurde 1947 umbenannt und vor 1976 an den Ort Lomowo angeschlossen.


Ehemaliger Gutshof in Pruszischken, Kreis Gumbinnen
Häuser an der Dorfstraße in Pruszischken, Kreis Gumbinnen

Adressbücher

Pruszischken auf dem Messtischblatt 1499 Gumbinnen (Stand 1938)

Bibliografie

Verschiedenes

nach dem Ort: Pruszischken (Preußendorf)

Fotoalbum

Weblinks

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Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

GOV-Kennung PREORFKO14CN
Name
Typ
Einwohner
w-Nummer
  • 50236
Karte
   

TK25: 1399

Zugehörigkeit
Übergeordnete Objekte

Pruszischken (- 1945) ( Standesamt )

Gumbinnen (- 1945) ( Kreis Landkreis ) Quelle

Untergeordnete Objekte
Name Typ GOV-Kennung Zeitraum
Rudinn, Rudien, Ruddin Wohnplatz RUDINNKO14CN
Pruszischken, Prusischken, Preußendorf (Ostpr.), Prußischken, Прушишкен, Prušišken, Brjanskoe, Брянское Dorf PRETPRKO14CO (- 1945)


Anmerkungen / Fußnoten

  1. Rolf Jehke, Amtsbezirk Pruszischken/Preußendorf
  2. Michael Rademacher, Deutsch-österreichisches Ortsregister Ostpreußen, Landkreis Gumbinnen
  3. Durch den Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der RSFSR vom 17. Juni 1947: Über die Bildung von Dorfsowjets, Städten und Arbeitersiedlungen in der Oblast Kaliningrad
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