Mitteilungen aus der Geschichte von Rüppurr/002

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Mitteilungen aus der Geschichte von Rüppurr
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Beschreibung vorhanden, und ungefähr so werden beide auch früher ausgesehen haben. Das Dorf hatte demnach 53 Häuser und sieben Hausplätze in zwei Reihen längs der Alb. Das jetzige Rathaus, damals auch Schulhaus mit Lehrerwohnung war das letzte Haus und etwa die jetzige „Krone” das erste. Vier Schöpfbrunnen standen an der Straße. Von dem kleinen Kirchlein an, an Stelle der jetzigen alten Kirche, stand bis zu dem jetzigen Kirchhof kein Haus. Deshalb sollte 1772 die Kirche neben den Friedhof kommen.

      Das Schloß stand in Unter- oder Kleinrüppurr und war ein mit einem Wassergraben umzogener Edelhof, ein sogenanntes Weiherhaus, im Lauf der Zeit mit weitläufigen Wirtschaftsgebäuden umgeben. Nach einer Aufnahme von 1740 hatte der Schloßhof mit den Gebäuden innerhalb der hohen Ringmauer, die zum Teil jetzt noch steht, einen Umfang von zwei Morgen, zwei Viertel und 30 Ruten altbadisches Maß. An das Schloß und den Schloßgarten im Hintergrund schloß sich einerseits die Meiereiwohnung an, andererseits die Wohnungen der Seegräber und der Dienstboten. Dann kam die Pforte und neben dieser die Melkerei und der Hauptstall; darauf folgten die Ställe für Schweine und Fohlen. An das Haupttor schloß sich die Scheune an mit vier Tennen und der Ochsenstall. Inmitten des Schloßhofes war der Taubenturm und ein Schöpfbrunnen. Der breite Wassergraben, der das Ganze umschloß, hatte einen Flächeninhalt von einem Morgen, ein Viertel und 35 Ruten, altes Maß. Vor dem Holz-Flötz-Graben, der jetzt noch existiert, war der Schloßbaumgarten, drei Morgen, zwei Viertel und zwölf Ruten groß, an dessen Ende sich eine Schanze erhob. Auf der andern Seite der Landstraße stand, wie noch jetzt, eine Mühle, aber Mahlmühle, daneben war die Schmiede. Gegenüber der Mühle war das Zoll- und Wirtshaus mit Stallung. Hinter dem Schloß waren die Schloßwiesen. In den Schloßgebäuden befand sich eine Kapelle, in der bei ungünstiger Witterung Messe gelesen, die aber bei günstiger Witterung in dem Kirchlein gefeiert wurde. Da der Kaplan deshalb von Ettlingen herüberkam, so war für ihn im Schloß ein Zimmer bereit gehalten, die sogen. Kaplanei. Das Kirchlein stand auf dem Platze der jetzigen katholischen Kirche. Daneben war ein Meßnerhaus und ein Platz, die Toten zu begraben, mit einer Mauer umgeben. Das auf dem Totenacker wachsende Gras hatte der Meßner, während der jeweilige Schulmeister ein anderes Stück angewiesen bekommen hatte. „Sonst war in alter Zeit kein öffentliches Gebäude hier”. Der Schutzpatron der Kirche, St. Nikolaus, weist auf ein hohes Alter, denn nach allgemeiner Annahme gehört der Kirchenheilige Nikolaus der Hildebrand’schen Zeit an, weil die meisten Kirchen, die unter Papst Hildebrand oder Gregor VlI. erbaut wurden, dem hl. Nikolaus geweiht