Mitteilungen aus der Geschichte von Rüppurr/054

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Mitteilungen aus der Geschichte von Rüppurr
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Wollwäscherei, worin alle spanische Wolle, die im Lande gewonnen wird, kunstmäßig gewaschen und sortiert wird. 1805 galt der Zentner der feinsten Sorte 265 fl, von der 5. aber nur 110 fl. – Auch eine Saffianlederfabrik, die jährlich 32–36,000 Ziegenhäute verarbeitet, wurde errichtet. - Die Brache ist schon seit 50 Jahren abgeschafft; die Felder müssen in 2 Jahren dreimal tragen; einmal Winterfrucht und Stoppelrüben, dann Sommergewächse oder Kartoffeln etc. etc. – Auf Lohnfuhren sind die Rüppurrer sehr aus, sie fahren für die Karlsruher Handelsleute auf die benachbarten Märkte und holen Sägwaren von Herrenalb.

      Im Dorf sind 1807 folgende Handwerker: 1 Bäcker, 1 Gerber, 1 Geiselflechter, 2 Küfer, 1 Krämer, 2 Maurer, 1 Metzger, 2 Schmiede, 5 Schneider, 1 Schreiner, 2 Schuhmacher, 1 Strumpfstricker, 4 Spielleute, 1 Uhrmacher, 9 Weber, 3 Wirte, 2 Zimmerleute

      1808 wird dem Küfer H. Sch. hier ein Hausplatz von dem Kammergut geschenkt, nebst einem Quantum Holz, da der Mann durch Mißgeschick und Strenge des Gesetzes in seinen Verhältnissen tief gesunken und alles Mitleid verdient und im Drange seiner Not unaufhörlich um Hilfe angeht. Er hatte einst eines der größten Häuser im Ort, nebst einem schönen Feldgut. Er bekommt 28 /sub>2 Ruten Hausplatz und 3000 Schuh Forlen und 1200 Fuß Eichenholz geschenkt im Wert von 295 fl. Er bekommt auch die Mauersteine vom sog. Badhäusle dahier, da dieses seinen Zweck auf jenem Platz doch nicht erreicht hat. Die gehauenen Steine aber und Schiefer des Badhäuschens nimmt das Großh. Kammergut in Verwahrung.

      1808 kommen die Pächter des Kammergutes und bitten um Nachlaß, aber der Verwalter in Gottesau inspiciert ihre Speicher und findet, daß sie nicht nur den Bestand von 1807, sondern auch den Rückstand von 1806 abführen könnten, was nun auch geschieht. Auch ihre Geldrückstände können sie durch Verkauf ihres Mastviehes bezahlen. Nur dem einen (H) werden 358 fl nachgelassen. 1809 sind hier 57 Pferde, 2 Ochsenzüge, 8 Kuhbauern mit Zügen, 47 Taglöhner. Liedolsheim dagegen hatte 151 Pferde und 188 fronbare Männer. 1810 waren hier 47 Pferde mit Bericht, daß die srontüchtigen Pferde sehr zusammen gegangen und zum Teil krepiert seien, zum Teil um geringes Geld verkauft und niemand sich mehr Pferde anschaffen will, indem die Kriegsfronen garnicht nachlassen wollen.

      1810 wurden den Pächtern wegen der Rindviehseuche 830 fl. nachgelassen. Da es ihnen aber an Kulturfleiß, Ordnung und Reinlichkeit fehlt, wird ihnen dies mitgeteilt: Wenn sie ihren Rückstand von 1808 mit 781 fl. und die neue Schuld mit 2144 fl. nicht zahlen, werde ihnen auf Weihnacht 1810 gekündigt. 1811 bittet der Invalide Gg. Furrer um einen Hausplatz nebst Holz zu einem Bürgerhaus;