Mitteilungen aus der Geschichte von Rüppurr/102

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Mitteilungen aus der Geschichte von Rüppurr
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Buben der 1. Ordnung lernen auch Geometrie, aber es fehlt an Büchern und Instrumenten wegen der großen Armut der Gemeinde. Im Winter ist Schule am Montag, Mittwoch, Freitag und Samstag, samt dem Rechnen von 10––1 Uhr.

      Ehemals sind bei 25 Kindern in die Spinn- und Strickschule gegangen, diese ist aber seit Ostern eingegangen. Es ist keine Lehrerin da; weil sie aus der Gemeindekasse nichts erhalten hat, ist sie fort. Auf die Spinnräder hat der Flecken seit 2 Jahren 6 fl 40 Kr. durch eine Umlage verwendet. Es sind 70 Schüler in drei Klassen à 2 Ordnungen. –

      1771. Da der Schulmeister für den alten Kirchhof, der teils zur Straße gezogen wurde, das sog. Schläuchlein bekommen hat, so möchte er dasselbe gegen 3 Malter Dinkel vertauschen. Die Spinn-, Strick- und Nähschule wird jetzt richtig betrieben, auch im Sommer. 10 Mädchen und 13 Knaben besuchen sie. Die Lehrmeisterin ist eine fremde Weibsperson aus dem Württembergischen. 2 fl 30 Kr. wurde zur Abholung der Lehrfrau verwendet und 4 fl aus der Gemeindekasse für sie. – 1775: Früher haben die Schulmeister auch die Hochzeitbitter gemacht, jetzt nicht mehr, aber dadurch entgeht ihnen ein kleiner Nutzen und die Rüppurrer weigern sich, ihm für Läuten und Singen bei Hochzeiten etwas zu geben. Es wird vorgeschlagen, dafür 12 Kr. Geld, l Laib Brot und ½ Maas Wein zu geben. Dies wird genehmigt. – 1784 bittet der Schulmeister Dellenbach um Vermehrung seiner kleinen Besoldung, von der er nicht leben könne. Zum Schuldienst gehören 3 Morgen Wiesen, die aber sehr naß sind, Genuß des Gottesackers, der aber von anderem Vieh abgeweidet werde, weil er auf einer Seite offen sei, 4½ Malter Korn, von den Schülern à 30 Kr. und 1 Laib Brot von jeder Haushaltung und von der Gemeinde 5 fl. Für die Sonntagsschule 4 fl. An Holz seit 1756 5 Klafter eichen; früher haben die Schulkinder das erforderliche Holz scheiterweise zusammengetragen. Das Holz verkauft er und hält sich an seine Bürgergabe. – Er bittet um seine Versetzung nach Emmendingen. Aber 1794 ist er gestorben, weil das Lazarett der kaiserlich königl. Soldaten in die Schulstube und zwei Kranke mit einer Frau in das eigene Logis gelegt worden sind. Er war nur wenige Tage krank, erst 44 Jahre alt. Seine Witwe ist zu arm, als daß sie einem Schulkandidaten die Kost geben könnte. Der Adjunkt bittet um den Dienst und will die Witwe heiraten und ihre 2 Kinder versorgen. – 1785 wird die ökonomische Schule im Winter Mittwoch und Samstag nachmittags gehalten. Die Schülerinnen sollen stricken, aber nicht spinnen. – 1786: Alle Mägdlein der 1. (obersten) Klasse lernen Spinnen, Stricken und Nähen, alle Buben derselben Klasse aber Stricken. So auch 1790. –