Instructionsbuch für den Infanteristen (1872)/052

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Instructionsbuch für den Infanteristen (1872)
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und das See-Bataillon Czakots. (Siehe auf der vorigen Seite die Abbildung eines Hornisten des Garde-Schützen-Bataillons. Zur Parade hat er einen schwarzen Haarbusch.)

      Kolpack wird die Pelzmütze der Husaren genannt, früher auch die Filz-Flügelmütze der Landwehr-Husaren. Es ist ein türkisches Wort und wird von den Ungarn, welche diese Mütze ebenfalls angenommen haben Kolpag geschrieben. Man nennt auch wohl den Beutel von farbigem Tuche, der aus dem oberen Rande der Pelzmütze herabhängt, Kolpack, und die Kopfbedeckung der Husaren selbst Pelzmütze, Ihre jetzige Form ist aus der Abbildung eines Garde-Husaren auf der vorigen Seite zu ersehen.

      Czapka -- sprich: Tschapka -- ein ursprünglich polnisches Wort für eine Mütze, die oben einen viereckigen Deckel hat. Die Form dieser polnischen Mütze ist fast in allen Armeen für die Ulanen angenommen, weil angeblich die Lanze eine Nationalwaffe der Polen sein soll, aber eigentlich zu allen Zeiten die Waffe aller Nationen gewesen ist. Auch dies Czapka ist erst seit dem Jahre 1809 in Preußen eingeführt und zeichnet sich dadurch aus, daß sie, wie bei den Husaren, durch eine Fangschnur, Cordon -- sprich: Kordong -- um den Hals festgehalten wird, damit der Ulan sie beim schnellen Reiten oder im Gefecht nicht verlieren kann. (Siehe die Abbildung eines Ulanen-Unteroffiziers von einem Garde-Regiment auf der vorigen Seite.)

      Civil -- sprich: Ziwihl -- heißt im Verhältnis zum Militär: bürgerlich und kommt von dem lateinischen Wort Civis -- Bürger -- her. Bis zum Eintritt in die Armee befindet sich der Dienstpflichtige also in Civil-Verhältnissen, so lange er Uniform trägt, in Militär-Verhältnissen, während der Reseve- und Landwehrzeit im Verhältnis eines Beurlaubten und mit Entlassung aus der Landwehr wieder in Civil-Verhältnissen. Es giebt Civil-Uniformen, z. B. die eines Landraths, eines Polizeibeamten, Civildienste: jede Anstellung im Staatsdienste, von der höchsten bis zur niedrigsten.

      Militair -- sprich: Militähr -- ist das französische Wort militaire und dieses kommt von dem lateinischen militaris, kriegerisch, soldatisch wehrhafr her. Alle Personen, die zur Armee gehören, sind Militärs und Alles, was der Soldat zu thun, zu beachten, zu wissen hat, ist militärisch. Eine Militär-Akademie ist eine höhere Soldatenschule, der Militäreid ist der Fahneneid, Militär-Effekten siind Soldaten-Ausrüstungs-Gegenstände, und wenn auf einem Briefe das Wort Militaria steht, so bedeutet es, daß er in Armee-Angelegenheiten geschrieben ist.

      Ordre -- sprich: Order -- heißt Befehl oder Anordnung, nach dem lateinischen Worte Ordo, die Ordnung. Ein Befehl Sr. Majestät des Königs heißt Allerhöchste Ordre oder Cabinets-Ordre; -- auf Ordre: auf Befehl; -- Ordre pariren: sofort einen Befehl ausführen. Im Sinne von Ordnung wird des Wort bei Ordre de Bataille, das heißt Schlachtordnung, gebraucht. Eine Ordre du jour (siehe Seite 26) heißt Tagesbefehl.

      Medaille -- sprich: Medalje -- heißt eine Gedächnißmünze, Schaumünze, also jede in Form eines Geldstückes geprägte, aber nicht zum Umlauf und Werthzeichen bestimmte Münze. Das Militär-Ehrenzeichen, die Denkmünze für Lebensrettung sind Medaillen. Die Vorderseite einer Medaille heißt Avers, die Rückseite Revers.

      Adjutant -- ein Gehülfe, ein Beigeordneter -- heißen diejenigen Offiziere, welche einem höheren Befehlshaber beigegeben sind, um demselben an allen Dingen, welche den von ihm kommandirten Truppentheil betreffen, zur Hand zu gehen, Darum giebt es Bataillons-, Regiments-. Brigade- und Divisions-Adjutanten, Adjutanten des kommandirenden Generals eines Armee-Corps, ferner Inspektions-, persönliche Adjutanten der Königlichen Prinzen, Flügel-Adjutanten und General-Adjutanten Sr. Majestät des Königs. Im Dienste tragen die Adjutanten die Schärpe über die Schulter und Sporen, auch wenn sie Infanterie-Offiziere sind,