Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte/1/IX

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Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte
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Möge gegenwärtiges Werk vorzüglich den Beifall der Schleswig-Holsteinischen Geistlichkeit finden, der ich dasselbe ehrerbietigst zueignen möchte, und mit deren Geschichte und Chronik Jensen auf das innigste bekannt und vertraut war, wie namentlich seine reichhaltige Kirchenstatistik des Herzogthums Schleswig darthut.

Was den historischen Vortrag und Styl unseres Werkes anlangt, so wird man, wie ich zuversichtlich hoffe, denselben schlicht und grade finden, gemeinverständlich, ohne Redeprunk und jede Effecthascherei. Es ist jedenfalls die Sprache des ehrlichen Historikers. Wir haben uns vorgenommen, weder nach links noch nach rechts einen einseitigen Partheistandpunct zu behaupten, vielmehr in möglichster Objectivität die Dinge so darzustellen, wie sie sich uns nach redlicher Forschung aus den Quellen ergeben haben. Auch ist unser Ziel und Streben durchaus nicht auf sogenannt geschichtsphilosophische Gipfelungen und Schlagwörter gerichtet gewesen: diese sind heutzutage wohlfeil, wie jeder Kenner weiß, sehen auch aus wie Philosophie, verdienen aber meistens den Namen gar nicht. Eine historische Darstellung, welche auch im Einzelnen den concreten Thatsachen, den thatsächlichen Verhältnissen und Zuständen der Vorzeit, wie deren Ergründung und Erklärung mit Ernst und Eifer sich zuwendet, das ist unsre Aufgabe. Eine solche Auffassung und Darstellung wird auch nichts in die Quellen hineintragen, was aus denselben sich nicht natürlich und einfach ergiebt. Eine Geschichtschreibung der Art und Weise soll das Ziel sein, wie sie namentlich von dem englischen Geschichtsschreiber Lingard treffend charakterisirt worden. Er sagt darüber unter andern wörtlich: „the writer of history can know no more than his authorities have disclosed, or the facts themselves necessarily suggest. If he indulges his imagination, if he pretends to detect the hidden springs of every action, the real origin of every event, he may embellish his narration, but he will impose upon his readers, and probably upon himself.“ - Eine Specialgeschichte, will sie ihrem Wesen und Charakter nicht untreu werden, darf sich am wenigsten in Allgemeinheiten verlieren. Eine solche Specialgeschichte ist die Geschichte einer Landeskirche. Dieselbe hat aber immer die allgemeine Geschichte der christlichen Kirche zum Hintergrunde und zur Voraussetzung, behält und behauptet jedoch ihre Individualität. In solcher Erwägung will es uns nicht recht angemessen