Stiftung Stoye/Band 49/021

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Stiftung Stoye/Band 49
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Einführung

Die häufigen Eintragungen in den Grundakten, bei denen gleichzeitig Hypothekennummern mit zweistufiger Foliovergabe (zweites Grund- und Hypothekenbuch) und Hypothekennummern mit fünfstufiger Foliovergabe angegeben waren, belegen die Einführung eines weiteren [dritten] Grund- und Hypothekenbuches der Stadt. Datierungen der Schriftstücke rücken dieses Buch in die Zeit ab 1808. Überschneidungen beider Registrier-Systeme wurden häufig angetroffen. Die gleichzeitige Angabe der alten und neuen Hypothekennummer auf den Deckblättern der Grundbücher sicherte eine vollständige Konkordanz der Grundstücksangaben. Dieser Umstand stellte sich als außerordentlich wichtig dar, verhinderte er doch mögliche Verwechslungen bei der Zuordnung der Grundstücke und der Eigentümer. Der Unterschied der Nummerierung in den beiden Hypothekenbüchern war nur geringfügig. Die Änderungen im dritten Hypothekenbuch ergaben sich durch den Stadtbrand 1801, als einige der kleinen Häuser und Nebenhäuser nach dem Brand nicht wieder aufgebaut wurden.85 Die Erfassung der Teltower Stadtgüter nach dem dritten Hypothekenbuch ist praktisch auch heute noch aktuell. Sämtliche Fortschreibungen durch Teilungen oder Parzellierungen der Grundstücke, später die Fortführung in eine modernere Form der Registrierung, lassen sich auf diese Nummerierung in Band und Blatt zurückführen. Auch alle außerhalb der ehemaligen Stadtgrenze liegenden Gründe, die einstmals als Zubehör der Stadtgüter galten, wurden nach diesem System registriert. Die Hypothekennummern der Grundstücke führten schon vor 1808 zur Einführung von Hausnummern, die von den Einwohnern ziemlich rasch angenommen wurden. Erstes Beispiel ihrer Benutzung zeigen die Listen der Einquartierungen französischer und mit ihnen verbündeter Truppen im Jahr 1808.86 Die dort unter »Haus Nro» [Hausnummer] angegebenen Zahlen entsprechen den damals vergebenen Hypothekennummern. Ein weiteres Beispiel findet sich im Archiv der Evangelischen Kirchengemeinde Teltow. Zwei umfangreiche Listen aus den Jahren 1827 und 1829 führen die Eigentümer der Kirchensitze in der St. Andreaskirche mit Namen, Sitznummer und Hausnummer auf.87 Im Adressbuch von Großlichterfelde, Lankwitz, Teltow mit Seehof, III. Jahrgang 1898 stehen noch diese ersten Hausnummern. Die ursprüngliche Hausnummerierung hatte Bestand bis zum Jahr 1899. Den Zeitpunkt einer Veränderung in eine neue Hausnummerierung hielt das Adressbuch des Jahres 1900 (IV. Jahrgang) fest. Von der durchgehenden Nummernfolge wurde zu einer straßenweisen Nummerierung übergegangen. Straßen-Umbenennungen wie auch veränderte Hausnummerierungen folgten in den Jahren 1933, 1945, um 1954 und 1965. Eine Rück- bzw. Neubenennung geschah nach Beschluss des Stadtparlaments im Januar 1991.

1.3.4 Beständige Lasten aus dem Grundbesitz Die Bürgerschaft von Teltow hatte wie in anderen Städten der Kurmark gleiche Abgaben und Steuern zu entrichten.88 Näher sollen die so genannten Hufenpachten [in den Grund85 86 87 88

Folgende Hypothekennummern des dritten Hypothekenbuches sind nicht vergeben worden, damit nicht als Quelle vorhanden: Bd I, Bl. 14; Bl. 15; Bl. 16; Bl. 18; Bl. 19; Bl. 20; Bd. II, Bl. 47; Bl. 88; Bd. III, Bl. 95. Kreisarchiv Potsdam-Mittelmark, Belzig, Bestand Stadt Teltow, 43.02/2 (unfoliiert). Evangelisches Pfarramtes Teltow, »Acta betreffend den Bau der Kirche zu Teltow de 1805, 1812«. Fidicin, Territorien, Bd. 1 (wie Anm. 17), S. 31 f., Abgaben und Dienste.

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